Mehr als 150 Berufschüler:innen, Landwirt:innen und Berater:innen informierten sich am Versuchsstandort Hamerstorf zur Stickstoffdüngung und -dynamik im Boden sowie zum Nitrataustrag im Sickerwasser, zur Bedeutung der Beregnung in einer regionalspezifischen Fruchtfolge und Maßnahmen zum erfolgreichen Zwischenfruchtanbau.
Am 21.09.2023 organisierte die Düngebehörde Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Bezirksstelle Uelzen der LWK Niedersachsen und dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erneut einen Feldtag am Versuchsstandort Hamerstorf um über aktuelle Ergebnisse zum Themenkomplex Landwirtschaft & Wasserschutz zu informieren.

Am Standort Hamerstorf werden seit 2014 zwei unterschiedliche Fruchtfolgen zum Thema Grundwasserschutz untersucht. In beiden Fruchtfolgen ist eine feste N-Düngestaffel angelegt. So ist es möglich, die Wechselwirkung zwischen Fruchtfolge und Stickstoffdüngung auf Ertrag und Qualität einerseits und auf die Stickstoffdynamik im Boden und den Nitrataustrag anderseits aufzuzeigen. Wolfgang Klahsen informierte die Besucher:innen über die aktuellen Versuchsergebnisse zur Stickstoffdynamik im Boden vom Feldversuch in Hamerstorf.
Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), vertreten durch Dr. Norbert Bischoff und Arne Brummerloh, präsentierte die Ergebnisse der Sickerwasseruntersuchungen unter dem o.g. Versuch. U.a. wurde anhand eines Bohrstockeinschlags der Boden am Standort vorgestellt (Braunerde-Pseudogley aus schwach schluffigem Sand über schwach bis stark lehmigen Sand). Am Standort Hamerstorf sind Saugsonden in 80 cm Tiefe zur Entnahme von Sickerwasserproben verbaut, deren Funktionsweise wurde demonstriert. Aus den gemessenen Nitratkonzentrationen im Sickerwasser und regelmäßig gezogenen Nmin-Werten wird für den Standort (und vergleichbare Regionen) abgeleitet, welche Kulturen, Fruchtfolgen und Düngungshöhen/-arten sich positiv auf die Grundwasserqualität auswirken.
Karen Peters erläuterte die düngerechtlichen Vorgaben zum Anbau von Zwischenfrüchten in grünen und roten Gebieten. Im Anschluss daran zeigte der Zwischenfrucht-Experte der LWK Niedersachsen, Dr. Hinrich Hüwing, pflanzenbauliche Maßnahmen und Mischungen für einen optimalen Zwischenfruchtanbau auf. Zudem betonte er die Bedeutung der Stickstoffkonservierung durch Begrünung über Winter besonders auf leichten Standorten und die Nachlieferung verschiedener Zwischenfruchtmischungen mit und ohne Leguminosen. Sein Fazit aus den regionalen Feldversuchen zum Zwischenfruchtanbau: „Zwischenfrüchte helfen dem Gewässerschutz“.
Die Beregnung hat für die Landwirtschaft in der Region eine herausragende Bedeutung und diese wird in Zukunft auch weiter zunehmen. Dies unterstrich auch die LWK-Beraterin für Pflanzenbau und Beregnung Angela Riedel. Sie stellte die Ergebnisse zur Stickstoffdynamik im Boden mit und ohne Beregnung am Standort Hamerstorf vor. Als neues fachliches Highlight am Standort Hamerstorf informierte sie die Besucher:innen über den neuerrichteten Rainshelter. Bei dem Rainshelter handelt es sich um ein Gewächshaus ohne festes Dach und Wände. Sobald es regnet, schließt sich das Gewächshaus – gesteuert durch einen Sensor. Bei Trockenheit öffnet es sich wieder. Dieses Verfahren hält nicht nur den Regen ab, sondern vermeidet gleichzeitig ein Gewächshausklima, sodass weitestgehend Freilandbedingungen vorhanden sind. Die Wassermengen, die die Kulturen erhalten, können durch dieses System kontrolliert zugeteilt werden. Mit Hilfe des Rainshelter werden von der LWK Niedersachsen neue Konzepte zur Wassereffizienz der Beregnung erarbeitet.
Bei guter Stimmung wurden die vorgestellten Ergebnisse in einer Abschlussdiskussion bei einem Mittagsimbiss von den Besucher:innen gemeinsam mit den Referent:innen diskutiert und neue Anregungen für den eigenen Betrieb und in die Berufsschulen mitgenommen.
Eine Auswertung der Fruchtfolge 2018-2021 für den Standort Hamerstorf finden Sie unter Grundwasserschutzorientierter Dauerversuch in Hamerstorf - Ergebnisse der Auswaschungsperioden 2018/2019 bis 2020/2021
Wir haben Ihr Interesse an den Ergebnissen geweckt? Melden Sie sich gerne bei uns zu einem Feldtag an oder informieren Sie sich auf unserer Internetseite.
